Heutige Flur- und Ortsnamen
(Abkürzung: mhd.= mittelhochdeutsch)
Jahreszahlen bezeichnen die früheste Nennung
Altensteg: alter Steg über den Stangenbach Richtung Müllen, daneben die Hanfreetze, Beginn des "Marktwegle" in Richtung Oberkirch (1895 "am alten Steg").
Alte Reben: Gewann an der Gemarkungsgrenze zu Appenweier, Hinweis auf früheren Weinbau, wahrscheinlich ursprünglich Teil des Gewanns "Fröch" (1855 "auf der Fröch oder alten Reben").
An der Halde: volkstümlicher Ortsname des abschüssigen Geländes am Appenweirer Weg vor dem Englischen Bach. (1303 "an der haldun")
Appenweierer Weg: Weg nach Appenweier (1303 "an dem Appenwilr wege")
Baggerloch: ehemalige Baugrube für den Kies des Offenburger Bahnhofes an der Gemarkungs- grenze zu Zimmern, zum größten Teil mit Abfällen und Bauschutt aufgefüllt, erste Ökozelle des Ortenaukreises
Bettelkuch: Senke am Ortsausgang nach Appenweier, heute durch die Straße überquert. Nach örtlicher Überlieferung sollen hier verarmte Dorfbewohner bei Soldaten, die unter der nahe gelegenen Dorflinde an der alten Straßenkreuzung lagerten, um Essen gebettelt haben.
Biegert: früherer Name Biechet = Buchenwald (s. dort), Wiesen-Gewann in Richtung Müllen. Bis zur Flurbereinigung Ende des 20. Jh. durchflossen vom "Finsterbach". (1558 "matten im Zussenhoffer Bann im Biechett genannt ... stoßen oben uff den bach genant das finster geßlin", 1592 "uf dem Büechet", 1748 "im Biechert").
Biegertstück: angrenzender Teil an das Gewann Biegert (s. dort)
Binzigbosch: mhd. "binz" = Binse, bosch = Busch, Binsenbusch. Wald- und Wiesengebiet in Privatbesitz entlang der Straße nach Stadelhofen, direkt verbunden mit dem Oberen Binzigwald (1303 "an dem bocha", 1507 "bösche genant Im Binzech").
Binzigwald, Oberer und Unterer Binzigwald: mhd. "binzich" = Binsengebiet, also Sumpfgebiet, (1507 "im Binzech"). Ursprünglich sumpfiger Auwald, der heute noch teilweise diesen Charakter beibehalten hat (vgl. auch Freiwald).
Breitmatt: ausgedehnte Wiese, Gewann vor Müllen.
Bremy: mhd. "bremach" = Brombeerstrauchwildnis, Gewann an der Rench, ursprünglich auf Weißenbacher Bann (1592 "Weißenbacher bans ufm Bremich").
Brügel: mhd. "brige" = Sumpfwiese, heute Industriegebiet an der B 28. (1586 "im Brügel")
Burgerlos: mhd. "burger" = vollberechtigter Einwohner, Los: nach dem Los zugeteiltes abgabepflichtiges Grundstück. Beiname des Geländes zwischen dem Unteren Binzigwald ("Freiwald") und dem Erlacher Weg (früher "Oberer Holzweg"), heute Teil des Gewanns Erlacher Weg. Das Allmendgelände wurde bis ins 20. Jahrhundert von der Gemeinde an Bürger durch Los zugeteilt, ursprünglich vermutlich Teil des "Freiwaldes".
Deich, Großer und Kleiner: vor wenigen Jahrzehnten noch vorhandene Tümpel im Stangenbach westlich von Zusenhofen. Am Großen Deich existiert noch die historische Absperrungsanlage zur Bewässerung der umliegenden Wiesen. Der Kleine Deich ist kaum noch erkennbar.
Deichmatt: oberdeutsch Teuchmatt: Wiese mit Vertiefungen, einziges Zusenhofener Gewann jenseits der Rench, grenzt an das Stadelhofener gleichnamige Gewann. Das Gebiet gehörte wahrscheinlich früher zum Bann von Sinzenhofen, später zu Weißenbach (1347 "matten gelegen z Sintzenhofen ... stoßet z einer siten an die tych matten", 1660 "auff der Deuchmatten Weisenbacher Banns gelegen, 1864 Deuchmatt).
Dungerloch: mhd. "dunre" = Donner; mhd. "lch" = Wald, Gehölz. Donnerwald bzw. Donnerfeld. Vielleicht auch Wald des germanischen Gottes Donar, da in der Nähe ein rätselhafter Ort "Vor dem Muomen" heißt. (1303 "an dez dunre felde", 1346 "de agris dictis das dunreloch" = von Äckern genannt das dunreloch, 1467 "an das durnloch andersite an den Offenburger weg").
Ellter: mhd. "eldern" = Ödung, Wüstland, Gewann am Stangenbach bei Müllen (1347 "an der ober Eldern").
Englischer Graben auch Englischer Bach, ältester Name "Endelostenbach", mhd. "endelost" = äußerst. Der Bach bedeutete also ursprünglich "äußerster Bach" ( 1295 "in den endelosten bah", 1467 "an dem Engelschen bach"). 1813 Schauplatz einer Schlacht (s. Hohstut).
Erlacher Weg oder Erliweg: Weg nach Erlach, erst seit 1548 auftauchender Name für den früheren Oberen Holzweg in Richtung Zimmern (1548 "uff den obern Holtzweg den man ietz nennet den Erliweg", 1768 "am Erlacher Weeg").
Eschweg: früher Oberer Eschweg (1642), alter Weg in Richtung Nußbach, auch Gewann-Name (1303 "an dem eschewege", 1586 "am ober eschweg im Sommerveld").
Feldstück: größeres Acker-Gewann in Richtung Stadelhofen. Der Name taucht erst in jüngster Zeit auf.
Finsterbach: mhd. "finster"= dunkel, finster. Häufig für Bach im dunklen Wald. Ursprünglich von Müllen her kommender Bach durch den Oberen Binzigwald in den Mührigwald. Durch die Flurbereinigung Ende des 20. Jahrhunderts zwischen Müllen und dem Binzigbosch einfach zugeschüttet, beginnt heute an der Brücke auf der Kreisstraße nach Stadelhofen. Beiname "Kanal" (1811 "an das Finsterbächel", vgl. "Finstergässlinbach").
Freiwald: Beiname des Unteren Binzigwaldes. Der Name weist auf Rechte der Anwohner hin, vgl. "Wald freier Leute".
Fröch: mhd. vrechta = Zinsfrucht, Abgabe. Mit Abgaben belastetes Ackergebiet. (1303 "uf der frehten", 1748 "auf der fröch").
Hartwald: Zusenhofener Gemeindewald auf Nußbacher Gemarkung
Herrenwald: Beiname für das Gewann Mührigwald, heute Wiesen und Äcker im Besitz des Staates (Domänenverwaltung).
Hohlbäumle: mhd. "hol" = ausgehöhlt, innen hohles Bäumchen. ehemaliges Wiesen-Gewann nördlich des Stangenbaches, heute bebauter Ortsteil (1347 "zu dem holbomelin").
Hohstut: mhd. "stude" = Staude, Strauch, Busch. Gewann auf einem leichten Höhenrücken an der Gemarkungsgrenze zu Appenweier (1303 "uf der hochstudun", 1347 "an der hurst bi den studen heisset die hochstuden", 1530 "z den hohen studen", 1748 "auf der hohen stauden"). Ein öfters genannter Bezug zu einem Galgenort ist nicht haltbar.
Holzweg: Weg in das Holz (= Wald), Gewann an der Gemarkungsgrenze zu Urloffen-Zimmern, heute Äcker, vgl. Oberer Holzweg (1303 "an dem Holzwege ").
In der Hub: mhd. "hbe" = Hube, Hufe, kleines Landgut, halber Bauernhof. Acker-Gewann an der Bahnlinie und am Zimmerer Weg westlich Zusenhofen. Zeitweise ein Hof nachweisbar. (1481 "von dem hofe in der hube", 1608 "uff der Hueb")
Kugeleck: abgelöster ehemaliger Allmend-Besitz auf Nußbacher Gemarkung. Der Name taucht erst im 16. Jh. auf (1523 "uff die kugelseck"). Wahrscheinlich von einem Besitzer namens Kugel abgeleitet, da in der Nähe auch ein Weiher dieses Namens belegt ist (1751 "Herren- oder Kugelweyr"). Ein Teil des Gebietes wurde Ende des 20. Jahrhunderts an die bisherigen Nutzbürger verkauft, ein Teil verblieb als Pachtgelände für extensive Bewirtschaftung im Besitz der Ortschaft Zusenhofen. Auch ein Obstlehrpfad ist hier eingerichtet.
Letschenbühnd: Bühnd der Familie Letsch. Der Familienname Letsch ist seit 1548 nachweisbar. Nach örtlicher Überlieferung vielleicht in Zusammenhang mit der Familie Litsch zu sehen, die hier angeblich Besitz hatte. (1773 "in der Letschen bühnd")
Lindenbaum: Wahrzeichen und Naturdenkmal. Das Alter regt zu Spekulationen an. Nach örtlicher Überlieferung soll die "Große Lind" schon im Dreißigjährigen ein großer Baum gewesen sein. Ursprünglich wurde der Ort, der heute noch die Kreuzung des Appenweierer mit dem Zimmerer, dem Offenburger und dem (Nußbacher) Eschweg darstellt, "Bäumlein" genannt. (1303 "an dem Appenwilr wege bi dem bomelin ... zu bomelin unde bi dem Zimerne wege")
Marktwegle: früher Neumattgass, Weg zum Markt nach Oberkirch.
Mörichwald: Sumpfwald. Name eines Gewanns und eines letzten Waldstückes vor Erlach. Wie das benachbarte Wiesen-Gewann Mürigwald ebenfalls noch auf Zusenhofener Gemarkung. (1617 "im Mörichwaldt")
Muhrgassbünd: mhd. "muor" = Sumpf, Bühnd an der Muhrgass, letztes Baugebiet an der Straße Stadelhofen. (1767 "Ein Bühnd... in der Muhrgaß ... unten die Zußenhofer Allmend")
Müllen: Ortsteil von Zusenhofen an der Rench. Der größere Teil gehört zu Nußbach. Der einzige Ort des Renchtals aus der ältesten Ortsnamengruppe auf heim. (1360 "Mulan", 1390 "Mülnheim")
Müllers Bünd: Kein offizieller Flurname. Bezeichnung für die Felder der Familie Müller nördlich der Kirche.
Mürigwald: mhd. "muoric" = sumpfig, Sumpfwald, Auwald. Beiname "Herrenwald". Größtes Gewann zwischen dem Binzigwald und den Gemarkungsgrenzen zu Erlach und Urloffen, früher Sumpfwald, heute Wiesen bzw. Äcker. (1374 "uf den muren walt", 1617 "der Murrich Waldt", 1767 "oben auf den Mührwald, unten den Erlacherweeg").
Neumatt: Gewann aus Wiesen am Stangenbach unmittelbar östlich des Altensteg Der Name weist wie die benachbarten Gewanne Rödel und Stumpenmatt auf neu erschlossenes Land hin. (1586 "in den Neuwen Matten")
Neurebberg: Zusenhofener Gemeindebesitz auf Bottenauer Gemarkung, zeitweise Weinbau. Früher Bürgernutzen (Allmend). Bunkeranlagen im 2. Weltkrieg.
Offenburger Weg: alter Weg nach Offenburg in Richtung Windschläg an Appenweier seitlich vorbei, heute Feldweg (1303 "uf den offenburger weg").
Petersacker: Acker des Herrn Peter, Gewann vor Ortseingang Stadelhofen. Der Familienname Peter ist um 1733 in Zusenhofen belegt.
Reßmatt: mhd. rozze = Röße für Flächs oder Hanf. Wiese auf der eine Hanfröße belegt ist. Wiesengewann unmittelbar vor den Häusern von Stadelhofen. Heute vom Progress-Werk bebaut, das dadurch zum größeren Teil auf Zusenhofener Gemarkung liegt. (1655 "auf der Reß Matten", vgl. "Hanfreetze" und "Roßmatt")
Rödel: mhd. "rode" = Rodung. Gewann am Stangenbach in Richtung Müllen. (1347 "In dem Rode", 1467 "zu Mulnheim an dem obern Rode", 1767 "im obern Rödle").
Rödermatt: Wiese des Herrn Röder. Gewann-Name, heute bebauter Ortsteil im Osten von Zusenhofen. (1303 "rodematte", darüber nachgetragen: "curia domini roder" = Hof des Herrn Roder, 1788 "in der Röder Matt")
Roßmatt: Rößenwiese. mhd. "rozze" = Röße für Flachs oder Hanf. Nachbargewann der Reßmatt (s. dort)
Rittel: Triebweg für Weidevieh, mhd. "rt" = Reitweg. Gewann am Weg von Stadelhofen in den Mührigwald.
Sauerbünd: Bühnd der Familie Sauer. Der Name Saur bzw. Sur ist bereits seit 1347 in Zusenhofen nachweisbar.
Scharrmatt: dreieckige Wiese, mhd. "schar" = Pflugschar, Schere. Mini-Gewann in Form eines Dreiecks in Richtung Nußbach zwischen Bahnlinie und Einkaufsmarkt. Heute komplett bebaut. (1767 "in der Scharr Matte")
Schneckenmühle: Mühle des Herrn Schneck am Mühlbach südlich der Rench auf Gemarkung Zusenhofen. Der Name Schneck ist in Stadelhofen für eine Müllerfamilie nachweisbar. (1525 "des Schnecken Mühle"). Die Mühle steht vielleicht in Verbindung mit dem abgegangenen Ort Schneckenhofen bei Renchen, wo 1353 ein Heinrich Schnecke nachweisbar ist.
Schrammenfeld: mhd. "schram" = schräg, schräges Feld. Gewann bei der Turnhalle, abschüssig zum Stangenbach hin. (1655 "im Schrammen Veldt")
Schwalbenrain: früherer Name "Schwalmenrhein", mhd. "swalm = Bienenschwarm.Abhang mit Bienenschwärmen, abschüssiges Gewann am Gemarkungseck zu Appenweier und Nußbach. (1855 "am Schwalmenrhein")
Sommerfeld: Feld in sonniger, südlicher Lage. Gewann am Eschweg südöstlich Zusenhofen. (1586 "im Sommerveld", 1655 "im gemeinen Sommerfeld")
Spittelmatt: früher "Spithalmatt" bzw. "Schneckeneichert" (s. dort). Wiese im Besitz eines Spital. Früher im Bann von Weißenbach.
Stangenbach: erst in der Neuzeit auftauchender Name für ein Teilstück des Wasserlaufs von Müllen bis Urloffen. Verlief oberhalb von Müllen als "Stangenkanal" bis Oberdorf und als "Weidenbach" heute noch bis Bottenau, ab Urloffen "Holchenbach". Hinweis auf Flößerei kleiner Holzstücke und Stangen.
Steinfeld: Acker-Gewann beiderseits der "Wassergasse" (1655 "auf das Steinen Veldt")
Steingasse, heute auch Steinstraße: alter Weg in Richtung Müllen bis zum "Altensteg". Ein Hinweis auf eine "steinige Gasse".
Steini/ Untere und Obere Steini: 3 Gewanne westlich von Zusenhofen am Stangenbach. Der ist die Dialektfassung von Steinach. (1768 "aufm Steiny")
Strubach: Zusenhofener Gemeindebesitz auf Nußbacher Gemarkung, früher Burgernutzen (Allmend), teilweise privatisiert.
Studentenmatt: mhd. "student" = Schüler, Student. Name eines Wiesengewanns rechts des Stangenbachs westlich von Zusenhofen. Die Herkunft des Namens ist unklar. (1773 "auff der Studenten Matt")
Stumpenmatt: mhd. "stump" = Baumstumpf. Wiese mit vielen Wurzelstöcken. Hinweis auf Rodung, Gewann am Stangenbach östlich von Zusenhofen, vgl. auch die Nachbargewanne Rödel und Neumatt. (1548 "Stumpen matt")
Waldbühnd: Bühnd am Wald, vielleicht auch ursprünglich Bühnd eines Walecho oder Walch. (1303 "des Wal(e?)ch Lehen")
Wäldele: kleines Waldstück am Ort der alten "Hanfreetze" (s. dort).
Wassergasse: Bezeichnung eines flussbettartigen Geländeeinschnittes in freier Flur zwischen Zusenhofen und dem Gewann "Straßmatt" bei Müllen, beherbergt den Weg ins Kugeleck und einen kleinen namenlosen Bach, der am Altensteg in den Stangenbach mündet. Wahrscheinlich verlief hier ein Arm der "Alten Rench" bei Müllen.
Weißenbach: mhd. "wissenbach" = der helle Bach. Fälschlicherweise auch Wiesenbach genannt, fließt von Nussbach her meist in der Nähe der Nußbacher Straße teilweise unterirdisch durch Zusenhofen und mündet an der Brücke in den Stangenbach. 1523 ist auch ein "Weißenberg" ("Wyssembergk") in der Nähe genannt. Vgl. auch abgegangener Ort Weißenbach (1303 Wissenbach).
Wiesenbach: siehe Weißenbach.
Wüstmatt: mhd. "wüst" = öde, verlassen, verwüstet. Ertragsunfähiges Wüstland. Heute Gewann aus Wiesen und Äckern südlich der "Wassergasse" an der Gemarkungsgrenze zu Nußbach. (1811 "under der Wüstmatt bis an die alte Straß")
Zimmerer Weg: Weg nach Zimmern, heißt in Zimmern Schwabweg (1303 "bi dem zimerne wege", 1788 "am Zimmerer Weeg").
(Karl Ebert)