Jubiläumsfest, 13.-15. Juli 2002
Presse-Berichte aus der Acher-Rench-Zeitung:
Einblick in die breite Produktpalette
Gläserne Produktion in Zusenhofener Obstbetrieben
Als klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft und den Bauern wertete Landwirtschaftsminister Willi Stächele die Gläserne Produktion der Obstbaubetriebe Markus Grimmig und Franz Müller in Zusenhofen.
Die Öffnung der beiden Höfe bildete am Samstag den Auftakt zur 850-Jahr-Feier der Ortschaft. Die Bauern erzeugten nicht nur gesunde Nahrungsmittel, sie hielten auch die Landschaft offen. Das sei eine Dienstleistung an der Bevölkerung, die ausgeglichen werden müsse, so Stächele.
Es liege am Verbraucher, regional einzukaufen, denn auch hier habe es der Landwirt schwer. Er müsse im weltweiten Wettbewerb bestehen. Die Landwirte Grimmig und Müller stünden mit ihrer Offensive für viele Produzenten, die einen Einblick in die Nahrungsmittelproduktion gewährten.
Grußworte sprachen inmitten eines bunten Markttreibens Ortsvorsteher Emil Lott, Bürgermeister Matthias Braun sowie die Vizepräsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, Karl Rombach (Schonach). Sie zeigten sich beeindruckt von den, was die Zusenhofener zum Jubiläum auf die Beine gestellt haben. "Diese Leistung bringt nur eine aktive Dorfgemeinschaft zustande", sagte etwa Matthias Braun. Die erste Anerkennung galt dabei den beiden Höfen, die nicht nur einen Einblick in die breit gefächerte Produktpalette gaben, sondern auch ein interessantes Beiprogramm boten.
(Heinz Hättig)

Badnerlied und "Stars and Stripes"
Ein Zusenhofener Abend mit amerikanischem Einschlag war der Festabend zur 850-Jahrfeier am Samstag. Das 1 200 Besucher fassende Festzelt bei der Schule war dicht gefüllt, als Bürgermeister Matthias Braun die zahlreichen Gäste willkommen hieß.
Das Badnerlied und amerikanische "Stars and Stripes"-Fähnchen - beim Zusenhofener Abend passte es zusammen. Ihren Namen hatte die Veranstaltung nicht, weil die Zusenhofener auf der Bühne �beraus aktiv gewesen wären, sondern weil sie ihre Jahrgangstreffen veranstalteten und vielfach Wiedersehen feierten. "Arbeiten" ließen sie den Musikverein Ulm mit Dirigent Leo Kammerer. Die Moderation hatte Hans Friedmann, als gebürtiger Ulmer dem Musikverein eng verbunden.
Die Ulmer, die im Herbst 2002 ihr 250-jähriges Bestehen feiern, haben sich schon lange als leistungsfähige Showkapelle etabliert. Ihr Melodienstrauß reichte von Romantik bis Ragtime, wobei neben Instrumental- auch Gesangs-Solisten ihr Können zeigten. In das Programm waren einige Überraschungseffekte eingebaut, so beim Nostalgie-Lied "Der alte Schäfer", das optisch gekonnt umgesetzt wurde. Schäfer und Schaf, die das Lied garnierten, stammten aus Lauf. Zwischendurch warteten die jüngsten Bürger mit zwei Tanzeinlagen auf. Die Grundschüler zeigten unter Lehrer Helmut Schwarzwälder einen Fallschirmtanz, während die VfR-Tanzgruppe unter Simone Lott einen zweigeteilten Tanz bot: zunächst einen historischen Tanz mit viel Kleidung und wenig Haut, danach einen Discotanz mit umgekehrten Vorzeichen.
Ach ja, die Amerikaner. Einer war der 63-jährige Arnold Ruf, der 1957 auswanderte und nun mit einer ganzen Gruppe zum Jubiläum kam. "Meinen Freunden und mir hat es bisher sehr gut gefallen. Wir haben viel gesehen", erzählte er, ehe er sein Amerika-Fähnchen schwenkte. Ein weiterer Amerikaner, Leo Osanitsch, feierte just am Samstag seinen 75. Geburtstag. Ortsvorsteher Emil Lott überreichte ihm vor 1 200 Gratulanten ein Präsent.
Das Programm schloss mit dem eindrucksvollen Großen Zapfenstreich, den der Musikverein Zusenhofen, der Musikverein Ulm und der Spielmannszug Bad Peterstal im Fackelzug der Feuerwehr zelebrierten. Doch der "Zapfen" war deshalb nicht dicht. Im Zelt und auf der Festmeile wurde munter weitergefeiert.
(Heinz Hättig)

Wohlverdiente Früchte geerntet
Zusenhofen feierte Ortsjubiläum und Tausende begeisterter Zuschauer kamen zum Gratulieren vorbei
Es war ein Ereignis, das die Zusenhofener so schnell nicht vergessen werden. Das 850-jährige Jubiläum des Ortes begehen sie seit Samstag mit einem dreitägigen Festwochenende, und viele Gäste kamen zum Mitfeiern und Gratulieren vorbei. Dabei konnten Letztere sich ein Bild von der Leistungskraft der örtlichen Gemeinschaft machen. Viele Helfer hatten sich seit Monaten, einige schon seit Jahren um die Vorbereitungen dieses Wochenendes gekümmert. Seit Samstag dürfen alle Helfer für dieses Engagement die wohlverdienten Früchte ernten.
Tausende begeisterter Zuschauer verfolgten gestern ab 11 Uhr den Jubiläumsumzug, der durch die Lindenstraße führte - an der Spitze der "Botschell", ein Nachrichtenverkünder, den es in Zusenhofen tatsächlich noch bis 1975 gegeben hat.
Ein optischer Genuss war die Vorführung der Fahnenschwinger, die ihr Handwerk in Flandern erlernt hatten. Aufgelockert wurde der Umzug von verschiedenen Musikgruppen, die sich zum Großteil aus den Oberkircher Ortsteilen eingefunden hatten, um den Zusenhofener Musikverein zu unterstützen.
Begehrt waren die Mosterei des VfR Zusenhofen, der Wagen des Obstbauvereins und die Skat-Club-Metzgerei, denn diese verteilten zugleich noch Häppchen und Tröpfchen ans Publikum. Eine Wagnerei, aufgebaut vom Skiclub, Historisches von der Freiwilligen Feuerwehr, die Landfrauen als Waschweiber, eine Auswanderergruppe der Freizeitreiter und alte Akkordeons des Harmonikavereins waren echte Hingucker. Themenwagen gab es von den Kleintierzüchtern, die ein Bahnwärterhaus nachgebaut hatten, sowie vom Männergesangverein mit seinem Rathaustürmchen. Unter die örtlichen Vereine hatten sich freie Gruppen und Auswärtige gemischt, darunter der Radsportverein Nesselried mit historischen Rädern oder die knatternden Schlepper der Oldtimerfreunde Oberkirch. Der Nachwuchs aus Kindergarten, Grundschule und Ministrantengruppe rundete die Zusenhofener Zeitreise ab.
Viel Prominenz hatte sich ebenfalls zum Festumzug eingefunden, darunter der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Schäuble, Landwirtschaftsminister Willi Stächele, Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg und Landrat Klaus Brodbeck.
(Rüdiger Knie)

Glückliche Gesichter der Fans
Blumen, Küsschen und Beifall wurden am Montagabend bei der "Wunschmelodie Spezial" des SWR4 im Festzelt in Zusenhofen reichlich verteilt. 850 Jahre Zusenhofen, das war für Heinz Siebeneicher, Moderator des SWR, Grund genug, zusammen mit der Gemeinde zu feiern. Mitgebracht hatte er viele bekannte Stars aus Rundfunk und Fernsehen. Am Samstag (20.7.2002) gibt es von 13.05 bis 14 Uhr eine Zusammenfassung des Abends im Radio.
Keine Frage, Heinz Siebeneicher weiß, wie man die Stimmung anheizt, Besucher neugierig auf das Programm macht und er weiß natürlich auch, wie man Damen jeder Altersgruppe den Kopf verdreht. Charmant plauderte er sich durch den Abend. Und selbstverständlich hatte er viele lobende Worte f�r die Zusenhofener und ihr Jubiläumsfest parat, und das mit Recht. Denn was die kleine Gemeinde, allen voran Ortsvorsteher Emil Lott, am Montagabend auf die Beine gestellt hatte, ließ für Freunde der Schlager- und Unterhaltungsmusik keine Wünsche offen. So hieß denn auch das Motto des Abends "Wunschmelodie Spezial", und wie ein Blick ins voll besetzte Zelt zeigte, hatte man damit voll ins Schwarze getroffen.
Mitverantwortlich für die tolle Stimmung im Zelt waren aber nicht nur die bekannten Interpreten, die sich an diesem Abend auf der Bühne in Zusenhofen zeigten, sondern auch der Musikverein "Harmonie" Zusenhofen unter Dirigent Kai-Uwe Brüstle. Mit ihren Darbietungen ernteten die Musiker immer wieder großen Applaus.
Viele Gäste waren von weither gereist, um sich diesen unterhaltsamen Abend nicht entgehen zu lassen. So konnte Siebeneicher auch Gäste aus den USA begrüßen, die sich fröhlich schunkelnd den Melodien hingaben. Und nicht zu vergessen sei der "Heinz-Siebeneicher-Fan-Club", dessen Mitglieder in großer Anzahl erschienen waren.
Als ersten Stargast konnte der Moderator Brigitte Traeger ankündigen. War es nun ihr temperamentvoller Titel "Russische Nächte" oder ihr reizvolles Outfit: Selbst Bürgermeister Matthias Braun schien bei ihrem Auftritt ins Schwitzen zu kommen. Zumindest entledigte er sich zusammen mit Heinz Siebeneicher auf der Bühne seines Jackets, bevor der den Zusenhofenern ein dickes Lob aussprach.
Faszinierend, welche Klänge man Kuhglocken entlocken kann. Das Kuhglocken-Duo Basler verstand sich nicht nur auf diese ungewöhnlichen Musikinstrumente, sondern präsentierte mit Unterstützung einer Säge die Holzsägerpolka und brachte Alphorntöne auf die Bühne. Als Sieger gingen sie beim "Grand Prix der Volksmusik" hervor.
An diesem Abend bot das Duo "Nirvana" zusammen mit seiner Gruppe eine faszinierende Mischung moderner Schlager, kombiniert mit indianischen Rhythmen. Begeisterter Beifall entfachte sich vor allem bei dem Lied "Die Büffelherde zieht weiter".
Nicht zu vergessen seien die "Jungen Zillertaler" sowie der Anton aus Tirol mit den "Kaiserlichen", die beim Publikum ebenfalls auf große Resonanz stießen. Mit dem Titel "Äkschen" sorgte Uschi Bauer für brodelnde Stimmung im Zelt, und als dann der Schwarzwälder Reiner Kirsten zusammen mit seiner Familie auftrat, hagelte es Blumen, Küsschen und Geschenke.
Der Höhepunkt war erreicht, als der Liebling der Frauen zur Schwarzwälder Nationalhymne anstimmte: "Liebes kleines Schwarzwaldmädel" trällerte er, und der Begleitchor aus den Reihen des Publikums war gewaltig. "In vino veritas" behauptete das Schweizer Paar "Vreni und Rudi", und für seinen Auftritt mit einem Bernhardiner gab es einen extra Applaus.
Da hatte es Gunter Gabriel mit seinen Fernfahrersongs schon ganz schön schwer, gegen solche Stimmungskanonen anzukommen. Aber auch er wurde für seinen Live-Auftritt zum Abschluss heftig beklatscht.
(Gisela Kaminski)

Zusenhofener Jubiläumssplitter:
Schirmherr:
Die Zusenhofener hatten bei ihrer 850-Jahrfeier an alles gedacht, doch ein wichtiges Amt blieb unbesetzt. Daran dachten sie erst, als es am Samstagmorgen wie aus Kübeln schüttete. Es fehlte ein kompetenter "Schirmherr". Bei der Eröffnung der Gläsernen Produktion stellte sich Minister Willi Stächele ungefragt zur Verfügung. "Die Landesregierung hat einen guten Draht nach oben. Das Wetter wird gut", verkündete er vollmundig. Sein Versprechen hielt bis zum Nachmittag.
Markttreiben:
Am frühen Samstagmorgen hatte es noch geschüttet, doch dann riss die Wolkendecke auf. Die Zusenhofener konnten ihren Markt beim Rathaus wie geplant abhalten. Geboten wurde alles, was Garten und Feld hergeben, bis zu Marmelade, Kräutern und Kartoffelsuppe. Dazu kamen zahlreiche Bastelwaren. Auch ein Scherenschleifer hatte sich unter die Marktleute gemischt. Reich wurde er jedoch nicht. "Die Menschen haben keine stumpfen Sackmesser mehr dabei", beschrieb er das Konjunkturtief.
Wembley:
Was man aus einem alten Schulgarten nicht alles machen kann! Die Zusenhofener staunten nicht schlecht, als sie beim Jubiläum einen Blick auf ihn warfen. Statt Gemüse und Blumen sahen sie eine hübsche Anlage samt Teich und Springbrunnen, die ein ungenannter Sponsor aus Zusenhofen einrichten ließ. Besondere Bewunderung fand der satte "Wembley-Rasen", der über Nacht gewachsen war. Er war einfach ausgerollt worden.
Bodenhaftung:
Bürgermeister Matthias Braun misst bekanntlich 1,97 Meter. Als er zur Eröffnung der Gläsernen Produktion ein Grußwort sprach, stand er wie die anderen Redner auf dem Podest. Doch nur ein paar Sekunden: Dann merkte er, dass er keinen "Schemel" brauchte. Schnell stieg er wieder herab: Schließlich wollte er nicht über die Köpfe der Bürger hinwegreden. Ein Bürgermeister mit Bodenhaftung eben.
Stress:
Alfons König war ein Festmatador. Bei ihm liefen viele Fäden zusammen. Er achtete darauf, dass niemand etwas vergaß. Umso mehr erschrak er, als er am Samstag in seine Jacke griff. Dort fanden sich die Einladungen an seine Schulkameraden für den Zusenhofener Abend. Er hatte sie schlichtweg vergessen. Doch auf die Schulkameraden war Verlass. Sie waren auch ohne Einladung gekommen.
Outfit:
Für viele Zusenhofener stellte sich am Jubiläum die Kleiderfrage nicht. Sie wussten, wohin sie beim Anziehen greifen sollten: nämlich zum Jubiläums-T-Shirt und dem dazu gehörigen Käppi. Stolz trugen sie den Schriftzug "850 Jahre Zusenhofen" spazieren.
Eintracht:
Ein ökumenischer Zeltgottesdienst bildete den Beginn des Jubiläumssonntages in Zusenhofen. Er wurde von den Pfarrern Nikolaus Feherenbach und Reinhard Sutter gefeiert und vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Oberkirch unter Gerdfried Deutscher begleitet. Im Mittelpunkt stand die Geschichte von den sieben Stäben, die gemeinsam nicht zu zerbrechen sind. Es war ein Aufruf zum Zusammenhalt, zur Eintracht und Gemeinschaft untereinander.
Konsequenz:
Es gibt zahlreiche ungeduldige Zeitgenossen. Man lernt sie im Straßenverkehr, an der Ampel und überall dort kennen, wo es ihrer Meinung nach nicht schnell genug geht. Beispiel: das Mittagessen am Sonntag im Festzelt. Regen hatte die Festbesucher in Scharen ins Zelt getrieben. Alle wollten gleichzeitig essen. Was man an Festtagen in Gaststätten in Kauf nimmt, nämlich eine gewisse Wartezeit, stieß bei manchen Festbesuchern auf Unverständnis. "So ein Sauladen", schimpfte einer. Worauf einer der dienstbaren Geister das Geld zurückschob und ihm vorschlug, woanders zu essen.
Gulasch:
Die Essensberge, die beim Jubiläum gerichtet und verputzt wurden, waren schon gewaltig. Ein paar hundert Schnitzel, gefüllte Kalbsbrust, Geschnetzeltes, Pommes und Spätzle ohne Ende - immer wieder musste Nachschub herbeigeschafft werden. Das galt auch für die Wecken, für die der Bäcker Sonderschichten fuhr. Ein besonderer Genuss erwartete die Helfer beim Arbeitermittagstisch am Montag: Sie bekamen leckeres Wildschweingulasch. So etwas mögen sich auch die Zusenhofener in früheren Jahrhunderten gegönnt haben.
Laufzwang:
Erboster Anruf eines Festbesuchers bei der Acher-Rench-Zeitung. Nach dem Zusenhofener Abend habe er vergeblich versucht, Taxifahrer für die Heimfahrt auf die Beine zu bringen. Nachts um drei Uhr sei keiner mehr zum Aufstehen zu bewegen gewesen, um die alkoholfrohen Besucher heim zu fahren. Die Folge war dann, dass manche ziemlich ernüchtert den kilometerweiten Heimweg zu Fuß antreten mussten.
Kaffee-Time:
Wenn Heinz Siebeneicher mit der Wunschmelodie kommt, muss manches weichen. So konnte der Kindernachmittag am Montag nicht im Festzelt stattfinden, weil dort die aufwändige Technik für die Veranstaltung aufgebaut wurde. Auch die Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Stadt Oberkirch wurde um eine Stunde vorverlegt, damit Interessenten rechtzeitig zur Wunschmelodie kämen. Die Sitzung fand um 16 Uhr statt. "Zur besten Kaffeezeit", erzählte Bottenaus Ortsvorsteherin Theresia Huber. Statt duftendem Kaffee gab es bei der Sitzung blankes Mineralwasser.
Nostalgie:
Die Besucher der Modellbahnausstellung in der Sporthalle Zusenhofen staunten nicht schlecht, als sie in der Jubiläums-Anlage den früheren Bahnhof des Ortes entdeckten. Die Modellbahnfreunde Renchtal bauten ihn in Monate langer Arbeit nach alten Fotos nach, um ihn den Festbesuchern in einem historischen Rückblick samt Dampflok zu präsentieren.
Mit Showeinlagen:
"Ohne Musik geht nichts" hieß das Motto des Musikvereins Nußbach, der am Sonntag im Anschluß an die Stadtkapelle Oberkirch zum Zusenhofener Jubiläum aufspielte. Die Musiker boten ein abwechslungsreiches Programm mit Solo-Auftritten und Show-Effekten, die viel Beifall fanden.
Großeinsatz:
Er versucht, das Zusenhofener Jubiläumsjahr in allen seinen vielfältigen Facetten im Bild festzuhalten: der erfahrene Video-Filmer Günter Wurth. Am Jubiläums-Wochenende war für ihn naturgemäß Großeinsatz angesagt.
Ortsvorsteher als Aushilfskellner:
"Ortsvorsteher Emil Lott vergießt seit Jahren sein Herzblut für den Ort", fand Bürgermeister Matthias Braun während der Festtage. Er habe sich sehr für das Jubiläum eingesetzt, denn so ein Fest falle nicht vom Himmel, es müsse hart erarbeitet werden. Den Beweis für sein Engagement lieferte Lott am Sonntag beim Mittagessen im Festzelt. Als die Bedienungen angesichts des Andrangs nicht rumkamen, reihte er sich in die Schar der Kellner ein und brachte Getränke und Essen an den Tisch.
Schönheitskur für Häuser und Vorgärten:
Zum Jubiläum haben viele Zusenhofener ihren Häusern und den Vorgärten eine Schönheitskur verpasst. Sie sollten herausgeputzt sein, wenn viele Gäste kommen. Samstagabend-Ansager Hans Friedmann griff die Gelegenheit beim Schopf: "Alle fünf Jahre so ein Fest, dann wird Zusenhofen bald zum schönsten Dorf der Region", verkündete er.
Unterhaltung mit Herz auf der Festmeile:
Das Jubiläum bestach durch Vielfalt. Entlang der Festmeile und im Zelt war vieles geboten. Musikgruppen kamen zuhauf. Sie lieferten Unterhaltung mit Herz. Dazu kamen eine Kunstausstellung im Rathaus, die Gelegenheit zu Brettspielen, historisches Münzprägen, ein Grundschul-Sketch, die Modellbahnausstellung, bei der der Zusenhofener Bahnhof fröhliche Urständ feierte, eine Oldie-Zweirad-Schau ("Nicht mehr laufen - Quickly kaufen") und nicht zuletzt die Gläserne Produktion zweier Obstbauern. Den Punkt traf auch der Vergnügungspark mit seinen nostalgischen Karussels.
Bruchstücke des Glücks mürrisch beseitigt:
"Scherben bringen Glück", heißt es gemeinhin. Wenn das stimmt, müsste Zusenhofen in nächster Zeit im Glück versinken. Am Sonntagmorgen fanden sich jedenfalls jede Menge Scherben auf dem Festgelände. Übermütige Festbesucher hatten ihre Gläser zerdeppert. Murrend fegten die Zusenhofener die Bescherung weg. Auf dieses "Glück" hätten sie gern verzichtet.
Völlig losgelöst mit "Galaktika":
Auch der Festnachwuchs will gepflegt sein. Für ihn stieg am Sonntagabend eine Disco mit "Galaktika". Der Ausdruck erinnert ein bisschen an den Weltraum, versteht man unter "Galaxis" doch die Milchstraße. Ab zu den Sternen, hieß die Devise.
Zusenhofen im Urteil des Historikers:
Zum Jubiläum kamen viele Gäste aus Stadt und Land nach Zusenhofen. Sie erlebten einen freundlichen Ort mit aufgeschlossenen Menschen und einem Super-Programm. Überall hagelte es Bestnoten. So auch von Historiker Karl Maier, der am Sonntagmorgen aus Appenweier zum Gottesdienst kam und bis weit in den Nachmittag blieb. "Umzug, Essen und Stimmung prima", fasste der 76-jährige sein Urteil zusammen. Er war mit seiner Meinung nicht allein.
(Heinz Hättig)

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